iz3w Nr. 311 - März / April 2009 | Wenn die Nacht am tiefsten... – Macht und Alltag im Iran

Iran steht derzeit wegen seines Atomprogramms im Mittelpunkt außenpolitischer Debatten. Unser Themenschwerpunkt fragt nach den Herrschaftsverhältnissen im Inneren. Wie mobilisiert das Regime der Mullahs Unterstützung in der Bevölkerung? Was unterscheidet den iranischen Islamismus von anderen Islamismen? Wie verfährt das Regime mit Minderheiten? Und wo gibt es welche Ansätze für Widerstand?

Trotz des verbreiteten Unmuts gibt es im Iran keine starke organisierte Oppositionskraft. Wie auch? Oppositionelle Parteien haben im politisch-religiösen System der Mullah-Republik keine Chance. Politische Bewegungen und Minderheiten sind jedoch trotz aller Repression aktiv. Sie kämpfen vor allem auf der Alltagsebene für Bewusstseinsveränderungen, weil sie noch nicht in der Lage sind, die Machtfrage zu stellen. Ihnen gilt unsere Empathie und Solidarität, und ihnen widmet sich dieser Themenschwerpunkt.


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Inhaltsübersicht


Schwerpunkt: Macht und Alltag im Iran

Editorial zum Themenschwerpunkt  S. 18

Die Andersdenkenden S. 19
Zwischen Hoffnung und Resignation | ein Brief von Soussan Sarkhosh

Bastion der Freiheit S. 22
Die Studentenbewegung im Iran | von Ali Schirasi

Die andere Hälfte S. 26
Iranische Frauen und ihre Bewegung für Freiheit und Emanzipation | von Chahla Chafiq

Zwangsweise loyal S. 29
Iranische Jüdinnen und Juden als Spielball der Politik | von Thomas Schmidinger

Utopie versus Apokalypse S. 32
Selbstverständnis und Verfolgung der Bahai im Iran | von Wahied Wahdat-Hagh

Die Republik der Ayatollahs S. 34
Vom Auf- und Abstieg der politischen Theologie Khomeinis | von Jörn Schulz

»Die Revolutionsgarden sind das Machtzentrum« S. 37
Interview mit Ali Alfoneh über das System der Islamischen Republik Iran


Politik und Ökonomie

Heft - Editorial: Der Anfang vom Ende  S.3

Israel – Palästina: S. 4
Gelegenheit für die US-Regierung | von Ghassan Khatib
Wird Palästina gespalten bleiben? | von Yossir Alpher

Simbabwe: Eine akademische Sünde S. 6
Verheerende Zustände an den Universitäten | von Christopher Phiri

Entwicklungspolitik: Alte Freunde S. 8
Das Scheitern politischer Konditionalität in Togo | von Björn Gutheil

Nationalsozialismus: »Wir waren nicht mehr als Nummern« S.12
Biografische Notizen von schwarzen Häftlingen im KZ Neuengamme | von Rosa Fava


Kultur und Debatte

Debatte: Fersengeld statt »satanische Verse« S. 39
Die Fatwa gegen Salman Rushdie hat bis heute Folgen | von Udo Wolter

Kunst: Jeder Blick verrät seinen Standort S. 42
Perspektiven auf Kunst aus Afrika | von Sebastian Stein

Rezensionen, Tagungen & Kurz belichtet   S. 45ff.